referenzprojekt

Anubis

Anubis ist eine Desktop-Anwendung für Verfahren, die sich über Wochen ziehen und an einer Frist hängen: Freischaltungen bei Plattformen, OAuth-Verifizierungen, Compliance-Audits, Einsprüche. Verfahren, Korrespondenz, Fristen, Verträge und Zugangsdaten liegen an einer Stelle, lokal, verschlüsselt und ohne fremden Dienst dazwischen.

Anubis-Dashboard: überfällige Verfahren, nahe Fristen und Aktivitäts-Timeline

Über das Projekt

Lokale Desktop-Anwendung für Plattform-Verfahren wie OAuth-Verifizierungen, Compliance-Audits und Einsprüche: Verfahren mit Status und Frist, der komplette Nachrichtenverlauf, Dokumente, AVVs und API-Keys an einer Stelle, verschlüsselt auf dem eigenen Rechner, ohne Cloud. Ein mitgelieferter MCP-Server öffnet denselben Datenbestand für KI-Assistenten, ohne Secrets herauszugeben.

Funktionen im Überblick

  • Verfahren mit Status-Workflow, Referenznummer und Frist
  • Nachrichtenverlauf je Verfahren, ein- und ausgehend
  • Dokumenten-Vault mit SHA-256-Prüfsumme und Textextraktion aus PDF, DOCX und Textdateien
  • API-Keys verschlüsselt gespeichert, Klartext nur per protokollierter Aktion
  • Volltextsuche, Fristen-Erinnerungen und ein Backup bei jedem Start
  • MCP-Server für KI-Assistenten: lesend und sicher schreibend, ohne Secret-Zugriff

Warum ich es gebaut habe

Wer eine App bei einer großen Plattform freischalten lassen will, sammelt schnell einen unübersichtlichen Stapel: Tickets in fremden Portalen, E-Mail-Verläufe, angeforderte Screenshots, unterzeichnete Auftragsverarbeitungsverträge und ein Bündel API-Keys, und das für mehrere Projekte parallel. Dasselbe Muster entsteht überall dort, wo ein Verfahren über Wochen läuft und an einer Frist hängt. Der Ärger kommt dabei selten von der Technik, sondern daher, dass eine Frist verstreicht oder niemand mehr weiß, was in welchem Verfahren zuletzt geantwortet wurde. Anubis ist meine Antwort darauf, ein Archiv, das den Stand jedes Verfahrens kennt und beim Start eine Systembenachrichtigung schickt, wenn etwas überfällig ist oder in den nächsten Tagen fällig wird.

Verfahren und Korrespondenz

Jedes Verfahren hat Plattform, Art, Referenznummer, Frist und einen Status-Workflow von „Entwurf" über „Eingereicht" und „In Prüfung" bis zur Entscheidung. Daran hängt der vollständige Nachrichtenverlauf in beide Richtungen, jeweils mit dem tatsächlichen Datum statt dem Importzeitpunkt. Das Dashboard beantwortet die einzige Frage, die morgens zählt: Was ist überfällig, was wird in weniger als sieben Tagen fällig, wo warte ich auf Antwort. Eine Volltextsuche über Verfahren, Korrespondenz und Dokumente findet den einen Satz wieder, den man drei Monate später zitieren muss.

Dokumente und Zugangsdaten

Dokumente wandern per Drag & Drop in einen lokalen Vault, bekommen eine SHA-256-Prüfsumme und werden mit Dateirechten 0600 abgelegt; aus PDF, DOCX und Textdateien wird der Text extrahiert, damit die Suche sie mitliest. API-Keys ruhen verschlüsselt, über den Schlüsselbund des Systems, ersatzweise über ein Master-Passwort mit argon2id und AES-256-GCM. Angezeigt wird grundsätzlich maskiert; Klartext gibt es nur über eine ausdrückliche Aktion, und die landet im Aktivitätsprotokoll. Es geht nichts nach außen: keine Telemetrie, kein Konto, keine Cloud.

Technische Umsetzung

Anubis ist eine Electron-Anwendung, bei der der Hauptprozess die Datenhoheit behält. Die Oberfläche, ein statisch exportiertes Next.js-Bundle mit Tailwind, hat weder Datenbank- noch Dateizugriff, alles läuft über getypte IPC-Aufrufe. Gespeichert wird in SQLite über better-sqlite3 im WAL-Modus, geschrieben ist das Ganze in striktem TypeScript. Dazu kommen die üblichen Härtungen, die man bei Electron eben nicht weglässt: Context-Isolation, Sandbox, strenge CSP mit Script-Hashes statt Inline-Freigabe und ein eigenes Protokoll statt file://.

MCP-Server für KI-Assistenten

Zum Projekt gehört ein eigenständiger MCP-Server, über den ein KI-Assistent denselben Datenbestand lesen und kontrolliert fortschreiben kann: Verfahren anlegen, Status setzen, Nachrichten protokollieren. Weil MCP ein offenes Protokoll ist, hängt das an keinem bestimmten Anbieter; entwickelt und im Alltag eingesetzt habe ich es mit Claude. Die Grenze ist fest verdrahtet statt konfigurierbar. Der Server kennt kein Feld für Secret-Klartext und kein Werkzeug, um eines anzuzeigen, und jede Schreiboperation wird im Aktivitätsprotokoll als vom Assistenten stammend markiert. Das ist die Bauweise, die ich auch für Kundenprojekte empfehle, wenn ein Assistent Zugriff auf echte Daten bekommen soll: Rechte am Server festlegen, nicht in der Anweisung.

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